Ich wünsche nicht, dass die Reichtümer Afrikas dazu dienen sollen, reiche Europäer noch mehr zu bereichern.

Gottlob Adolf Krause, 1884

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Der üblichen Verständnislosigkeit des Europäers für afrikanische Kunst entspricht die stilistische Kraft derselben: stellt sie doch einen bedeutenden Fall plastischen Sehens dar.

Carl Einstien, 1915

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Ab Samstag, 17. März 2012, Vernissage um 19.00 Uhr, bis einschliesslich Sonntag, 02. September 2012, ist im MUSEUM FÜR KUNST UND TECHNIK DES 19. JAHRHUNDERTS, LA8, Lichtentaler Allee 8, Baden- Baden, die Ausstellung AFRIKA MIT EIGENEN AUGEN - Vom Erforschen und Erträumen eines Kontinents - zu sehen. Die Ausstellung bietet einen anderen Blick auf die Begegnung mit Afrika im 19. Jahrhundert. Ein Buch mit Beiträgen von Till Förster, Reinhard Klimmt, Philipp Kuhn, Dieter
Kusch, Peter Steinbach, Isabel Voigt, Barbara Wagner und Matthias Winzen, vertieft, in Wort und Bild, die Gedankengänge und die Präsentation dieser imposanten Ausstellung.

Eine Ausstellung, die beim Besucher Neugierde weckt, die ihn hinterfragen lässt und die dem Betrachter einen ganz eigenen Spirit auferlegt.

www.museum.la8.de

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Reinhard Klimmt, Ministerpräsident des Saarlandes a.D. und Bundesverkehrsminister a.D., Saarbrücken, leidenschaftlicher Sammler afrikanischer Kunst, besonders von afrikanischen Holztüren und grosszügiger Leihgeber von Objekten zu dieser Ausstellung!

“Jedoch wird der Wert der afrikanischen Kunst durch Unfähigkeit belangloser Leute nicht gemindert!”

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Dr. Dieter Kusch, Baden-Baden, ebenfalls leidenschaftlicher Sammler afrikanischer Kunst - Flöten und Metallnadeln aus Westafrika -! Sammeln abseits des Mainstreams am Beispiel afrikanischer Alltagsgegenstände.

“Meist beginnt es schleichend, nicht geplant - mehr aus Zufall: Man erwirbt einzelne afrikanische Objekte in spontaner Begeisterung - einer Art projizierter emotionaler Resonanz - und glaubt das Magische zu spüren.”

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Prof. Franz Armin Morat, Morat-Institut für Kunst und Kunst- wissenschaft, Freiburg, Leihgeber afrikanischer Figuren.

“Afrikanische Kunstgegenstände müssen nicht aus dem Kult heraus kommen!”


Innerhalb der Ausstellung entwickelt sich auch die Fragestellung, wie und wodurch afrikanische Kultobjekte in begehrte europäische Kunstobjekte umgewandelt wurden. Waren Kultobjekte oft auch oder einzig deshalb wirksam, weil sie im Dunkeln oder verhüllt ihre religiöse Kraft entfalteten, musste das Ausstellungs- und Sammlungsobjekt prinzipiell sichtbar sein. Was im Kult nur absoluten Wert haben konnte, erhielt in Europa einen Auktions- oder Versicherungswert. Aus dieser folgenreichen Umformung ergibt sich heute die intensiv emotionale Echtheitsdebatte im Handel mit afrikanischen Objekten, wobei die Motivation zur Fälschung letztlich vom europäischen Handel in das afrikanische Handwerk eingeführt wurde.